Im großen und ganzen unterscheiden sich Firmen aus USA und dem Europa nicht wirklich. Hüben und drüben des großen Wassers will man Geld verdienen.

Die Art und Weise des Herangehens ist allerdings in vielen Fällen signifikant unterschiedlich.

Viele Unternehmen in Europa versuchen zwar pauschal alle ihre Daten so zu schützen wie eine Bank seine Kundendaten absichern sollte. Diese Maßnahmen weisen darauf hin, dass beispielsweise Forschungsdaten hier einen sehr hohen Wert für diese Unternehmen haben. Leider kommt es aber doch ab und an vor, dass Konsumenten sich beispielsweise bei einem Hersteller von Autos über entsprechende Neuwagen informieren. Alle Erkenntnisse dazu wandern in ein Datensilo - und verbleiben auf immer und ewig dort!

Moderne und datenorientierte Unternehmen (vornehmlich eben leider aus USA bzw. China...) ermöglichen über entsprechende Schnittstellen oder durch Platzierung verfügbarerer Dritt-Tags Außenstehenden wie beispielsweise den Vertragspartnern des Auto-Herstellers über digitale Schnittstellen Zugang zu diesen vorhandenen Daten.

Kunden müssen in diesem Fall beim Besuch der Website des Vertragspartners NICHT wieder komplett von vorne anfangen, sondern man bietet den Kunden hier eben ein nahtloses und kundenorientiertes Erlebnis, was ja so viele Unternehmen anstreben, und steigert so massiv die Zufriedenheitsquote der Kunden.
Um dies zu erreichen, bieten Facebook, Google und Co. sogenannte "Retargeted Ads" an, die eine Re-Interaktion mit einem Website-Benutzer bei einem bestimmten Unternehmen ermöglichen. Zur Identifizierung dieser Anwender werden JavaScript-Tags auf Unternehmens-Websites platziert.

Wenn also der geneigte Auto-Käufer (um beim obigen Beispiel mal zu bleiben) beim Hersteller sich schlau gemacht hat und nun beim Vertragspartner seiner Wahl einen Termin vereinbart, können alle bereits vorhandenen Daten vom Hersteller einer sinnvollen Zweitverwertung beim Vertragspartner zugeführt werden. Sowohl der Hersteller ist seinem Ziel näher gekommen, ein KFZ zu verkaufen, der Vertragspartner hat bereits aller Recherchen des Kunden vorliegen und weis genau, was der Kunde wünscht und der Kunde kann genau da weiter mit dem Vertragspartner sprechen, wo er denn auf der Website des Herstellers aufgehört hat mit seiner Rechereche.

Letztendlich stehen die auf den erfassten Daten basierenden Dienste und Berichte dann allen Vertragspartnern anonymisiert zur Verfügung, was auch den Vertragspartnern bei deren Portfolio-Planung entgegenkommt.

Daten, das wichtigste Betriebsvermögen Ihres Unternehmens, sind mit drei grundlegenden Wahrheiten über die moderne Geschäftswelt verbunden:

  1. Der Zugriff auf einzigartige Benutzerdaten ist von höchster Wichtigkeit.
  2. Daten sind nur dann wertvoll, wenn sie auch genutzt werden (für sich alleine haben sie keinen Wert). Und was immer wichtiger wird:
  3. Proprietäre Daten, zumindest kritische Datenelemente, müssen kontrolliert und geschützt werden.

Übernehmen Sie also die Kontrolle über Ihre Daten - und das heist NICHT, ein Gefängnis für Ihre Daten zu bauen!

Das bedeutet, Kontrolle über Ihre Anwenderdaten zu übernehmen und diese sowohl durch strategisch gewählte Technologie vor unberechtigtem Zugriff zu schützen und gleichzeitig eben für berechtigtem Zugriff auch extern freizugeben.
Können also Ihre Kundendaten auf Anwenderebene oder in aggregierten Berichten abgerufen und weitergegeben werden? Ermöglicht Ihre vorhandene Software bereits, die Kontrolle über proprietäre Daten zu übernehmen und diese gleichzeitig mindestens gesetzeskonform auch zu schützen?

Eine Ausrichtung zum datenorientierten Unternehmen gelingt mit folgenden Überlegungen:

  1. Behandeln Sie alle Daten wie Betriebsvermögen. Sie können an jedem Benutzer-Touchpoint – auf Websites, Mobilgeräten oder in Verkaufsräumen – gesammelt werden. Einen Wert liefern sie jedoch nur, wenn sie erfasst und verarbeitet werden.

  2. Sorgen Sie für freien Zugang. Daten liefern nur dann einen Wert, wenn Sie uneingeschränkt auf sie zugreifen und sie nach Bedarf einsetzen können.

  3. Aktivieren Sie Ihre Daten. Unterscheiden Sie zwischen der Nutzung von Daten und dem Lesen von Statistiken. Verwechseln Sie konsolidierte Berichte nicht mit aktiven Datenverbindungen zu Produktions- und Kommunikationsstandorten.

  4. Informieren Sie sich über unbekannte und bekannte Anwender. Untersuchen Sie, welche Anwendereigenschaften mit der Akzeptanz und Nutzung Ihres Angebots korrespondieren.

  5. Sagen Sie die Zukunft durch intelligente Analysen vorher. Die Nutzung von Daten kann den Umsatz durch eine höhere Effizienz in den Bereichen Produktion, Marketing sowie Forschung steigern und den Reingewinn durch eine stärkere Produktnutzung, Umsatzzuwächse und Ausdehnung der Vertriebskanäle verbessern.

  6. Demokratisieren Sie Daten im gesamten Unternehmen; bewahren Sie sie nicht in Silos auf.

  7. Sind die einen Unternehmenswert darstellenden Daten immer in allen Bereichen verfügbar? Wenn sie zu Verbesserungen in einem Bereich führen, ist dies auch in anderen möglich.

  8. Verwalten Sie Ihre Daten über neutrale Technologien, die Umsatz nicht basierend auf Informationen generieren, die durch Nutzung Ihres Angebots entstehen.

  9. Wählen Sie offene Plattformtechnologien, um Daten zu generieren und zu verwalten. Vermeiden Sie Daten-Silos bzw. geschlossene Plattformen, bei denen Sie Daten ausschließlich nach Vorgabe nutzen können.

  10. Schützen Sie Ihre Daten vor einem Zugriff durch Dritte. Beim Digital Marketing ist es nicht länger notwendig, allen externen Parteien, die durch Pixel oder Tag Teil Ihrer digitalen Präsenz sind, direkten Zugang zu Ihren Anwendern zu verschaffen. Bedingt durch die DSGVO und Compliance spielt dies sogar eine noch größere Rolle.

  11. Schaffen Sie eine datenzentrierte Unternehmenskultur. Da Daten einen Mehrwert für alle Abteilungen und Niederlassungen bedeuten, müssen alle Verantwortlichen ihre Funktion bei der Förderung einer datenzentrierten Kultur in Ihrem Unternehmen genau kennen.

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